05.10.2017
Frank Müller

FREMDGESCHÄMT

FISH AND CHICKS

Nein, hier handelt es sich nicht etwa um eine verunglückte Werbung für ein Duschgel. Es ist Venos, eine Fisch- und Frischehalle in Frankfurt-Rödelheim, die für ihre Citylights ausgerechnet eine fast unbekleidete Venus als Key Visual gewählt hat.

 

Völlig zurecht kann man sich darüber aufregen, dass das Plakat den Genuss von frischen Lebensmitteln schamlos direkt mit der Verfügbarkeit weiblicher Sexualität assoziiert. Merkwürdig mutet diese Werbung auch mit Blick auf ihre werbliche Aufgabe an: Weibliche Models, die in der Werbung sexuell provokativ auftreten, können bei der weiblichen Zielgruppe extrem negative Reaktionen bis hin zu offener Feindseligkeit auslösen.

Zu diesem Ergebnis kam jüngst eine Studie der Toulouse Business School. Die unwillkürlich als Rivalinnen empfundenen Testimonials aktivieren die Minderwertigkeitsgefühle der Betrachterinnen. Für ein mit sexualisierten Frauen beworbenes Produkt kann sich das extrem nachteilig auswirken – zumindest, wenn es auch von „normalen“ Frauen gekauft werden soll.

Ob das Venos-Plakat wirklich zum Wocheneinkauf in der Fischhalle verführen wird, ist also mehr als fraglich.

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