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Warum man „Baywatch“ lieben muss

Spätestens seit Aufkommen der Gender-Studies haben wir eine feine Nase für fragwürdige Geschlechterdarstellungen. Doch mitunter wird das Riechorgan überflüssig, so sehr stinkt manche Werbung zum Himmel.

 

Zur Premiere von „Baywatch“ schrieb die Süddeutsche Zeitung, Hollywood treibe ein paradoxes Doppelspiel: Einerseits werde der Sexismus zwar weiterhin bedient, andererseits werde er karikiert, um seine Darstellung zu legitimieren.

Will heißen: Brüste und Bizeps werden in all ihrer Pracht gezeigt, gleichzeitig wird die Zeigefreude als hohl und vordergründig auf die Schippe genommen. Auf dieser Schizophrenie bauen auch viele Reality-TV-Formate auf, die das Banale und Elende in einem Aufwasch dokumentieren und niedermachen: Seht her, wie unerträglich das alles ist!

Betrachtet man allerdings manche Plakatwerbung wie das abgebildete Beispiel aus dem niedersächsischen Braunschweig, so erscheint die skizzierte Doppelbödigkeit fast schon als Himmel auf Erden und erstrebenswertes Ziel auf der nach unten offenen Richterskala der Anspruchslosigkeit.