02.06.2018
Vincent Master

FRISCH & KNACKIG

EMOTIONALIZING BRANDS #08 – WIE VIDEOS EIN EMOTIONS-FEUERWERK ENTZüNDEN!

Es ist kein Geheimnis: Recruitingspots, Imagefilme und Erklärvideos wollen ihre Zielgruppen emotional erreichen. Aber wie genau fangen sie das an?

 

Lernen Sie drei Videoformate kennen, die besonders gut geeignet sind, Botschaften im Bereich B2B und Unternehmenskommunikation zu vermitteln. Entdecken Sie, welche Emotionen sie auslösen, und welcher Mittel sie sich dazu bedienen.

Im Spiegel der Emotionen: der Recruiting-Film

Recruiting-Filme sind im Employer Branding ein gern genutztes Format. Hier geht es darum, geeignete Kandidaten für bestimmte Positionen im Unternehmen zu finden. Größere Unternehmen nutzen solche Spots auch gerne, um Auszubildende für sich zu gewinnen.

Im Zentrum des Recruiting-Films stehen die Tätigkeitsbeschreibung, die Vorstellung des Unternehmens und ein motivierender Ausblick auf eine gemeinsame Zusammenarbeit. Die Hauptaufgaben dieses Formats: Neugierde wecken und Begeisterung entfachen.

Dreh- und Angelpunkt dieser Emotionalisierung ist die Identifikation. Egal, welchen Film wir betrachten: Wir suchen instinktiv nach einer Person, die uns ähnlich ist. Im Falle des Recruiting-Films ist das der Mitarbeiter, der in einer Position arbeitet, die wir uns für uns selbst wünschen. Wir fühlen und erleben die Geschehnisse durch seine Brille mit. Mehrere Identifikationsfiguren erfüllen diesen Zweck genauso gut, wenn sie in einer Situation gezeigt werden, die dem Zuschauer einen Einblick in das Tätigkeitsfeld gibt.

Die Basis für Identifikation liegt in einer wichtigen menschlichen Eigenschaft: der Empathie. Ein großer Teil unserer Menschlichkeit beruht auf der Tatsache, dass wir uns in andere hineinversetzen können. Darum fühlen wir Spannung bei einem packenden Horror-Film oder lachen, wenn wir uns eine Komödie ansehen.

In einem Recruiting-Film sollte es deshalb immer „menscheln“!

Von Stolz bis Sicherheit: der Imagefilm

Eines der geläufigsten Videoformate ist der Imagefilm. Er ist das Aushängeschild des Unternehmens. Seine Zielgruppe reicht von Mitarbeitern über Partnerunternehmen bis zu potentiellen Kunden. Oft spricht er auch mehrere Zielgruppen gleichzeitig an.

Der Imagefilm arbeitet heraus, was ein Unternehmen einzigartig macht. Gleichzeitig präsentiert er unterschiedliche Unternehmensfelder, veranschaulicht Zusammenhänge und beleuchtet die Unternehmensgeschichte. Der Imagefilm entwickelt sein emotionales Potenzial oft nicht über eine kongruente Story. Sondern über beeindruckende Bilder, dynamischen Schnitt, bewegende Musik und eine persönliche Note – zum Beispiel in Form von Mitarbeiter-Statements.

Von Fall zu Fall weckt der Imagefilm unterschiedliche Emotionen: Stolz, Begeisterung, Zufriedenheit, Sicherheit und vielleicht sogar ein wenig Neid.

Unternehmen tun gut daran, zu überlegen, welches „Leitgefühl“ ihren Imagefilm trägt.

Überraschung und Zufriedenheit: der Erklärfilm

Erklärfilme stehen zu Unrecht im Ruf, trockene Fakten in einer bemühten „Sendung-mit-der-Maus-Manier“ zu vermitteln. Tatsächlich handelt es sich hierbei um ein extrem vielseitiges Videoformat, das der Ausgestaltung von Ideen fast keine Grenzen setzt. Der Grund: Erklärfilme werden primär illustriert und animiert. Sie vermitteln Inhalte über den individuellen Stil des Artworks. Dieser künstlerisch-kreative Ansatz ist ein wichtiger Emotionalisierungsfaktor.

Ein weiterer Faktor ist das Storytelling, also die Informationsvermittlung über eine Geschichte. Ein unerwarteter Einstieg kann dafür sorgen, dass das Interesse des Zuschauers geweckt wird. Diese Überraschung kann anschließend in ein Gefühl der Zufriedenheit übergehen, wenn der Zuschauer aufgrund der guten Didaktik auch komplexe Zusammenhänge versteht und verinnerlicht.

Die dramaturgische Struktur von Erklärfilmen funktioniert nach dem Achterbahn-Prinzip: Alle 10-15 Sekunden werden neue kleine Höhepunkte gesetzt, die beim Zuschauer ein Gefühl der Spannung erzeugen und sein Interesse wachhalten.

Deshalb: Erklären muss nicht langweilig sein!

Fazit: Film weckt Emotionen – auch im Bereich B2B!

Die Eigenschaft, Emotionen zu wecken, liegt in der DNA des Mediums Film. Seit den ersten Filmvorführungen durch die Gebrüder Lumière und Georges Méliés zeichnet sich Bewegtbild dadurch aus, dass es die Gemüter der Menschen bewegt. Über Filme spricht man. Man erlebt sie zusammen. Man teilt und kommentiert sie.

Diese Anziehungskraft kann auch im Bereich B2B und in der Unternehmenskommunikation genutzt werden. Zwar wird ein Film für ein B2B-Unternehmen nicht dieselben intensiven Gefühle wecken wie „Vom Winde verweht“. Dennoch sollten auch im fachlichen Kontext Erlebnisse aktiviert werden, die den privaten Film-Konsumenten prägen. Man sollte sich immer bewusst machen: Der Entscheider im Kunden-Unternehmen ist keine andere Person als derjenige, die Abends eine Netflix-Serie streamt oder ins Kino geht!

Von hier kommen die Gefühle!

Der Purpose von Liebchen+Liebchen lautet Emotionalizing Brands. Unsere Agentur beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der emotionalen Inszenierung von Marken. In dieser Zeit haben wir wichtiges Know-how aufgebaut und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Mit unserer Serie stellen wir uns wichtigen Fragen rund um das Thema Marken-Emotionalisierung.

Bleiben Sie dran und lesen Sie auch unseren nächsten Beitrag:

Emotionalizing Brands #9 – Hier kommt die HL des nächsten Beitrags

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