22.02.2022
Constanze Junker

GUT ERKLÄRT

DATENMüLL LOSWERDEN IN 4 SCHRITTEN

Längst wird nicht nur handfester Müll der Umwelt zum Problem. Obwohl man Daten nicht anfassen kann, sind sie trotzdem auch physisch da. Ihre Aufbewahrung kostet Ressourcen. Vor allem ungenutzte Daten sind ein Problem. Was Unternehmen gegen Dark Data tun können.

 

Dunkle Daten? Wo denn?

Man sieht sie nicht. Und genau das ist das Problem. Es gibt jede Menge Müll, den man nicht sehen kann und der trotzdem Unmengen an Energie verbraucht. Dark Data sind Daten, die gespeichert, aber niemals mehr verwendet werden. In Zeiten von Big Data, des Speicherns riesiger Datenmengen, passiert es leicht, dass dabei überflüssig gespeichert wird. Die Folge: Dunkle Daten, die kein Mensch mehr anschaut. Dennoch schwirren sie auf den Servern herum und verbrennen Ressourcen. Weltweit wird die Menge an sinnlosen Daten auf ca. 33 Zettabyte geschätzt. Das sind 33.000.000.000 Terabyte. Viele, viele Daten. Eine Studie der Veritas schätzt, dass im Schnitt 52% der gespeicherten Daten eines Unternehmens Datenmüll sind. Das sinnlose Archivieren hat einen hohen Preis. Im Jahr 2020 sind auf diese Weise ca. 5,8 Millionen Tonnen CO2 verbraucht worden. Laut einer Befragung von Führungskräften großer Unternehmen wird sogar vermutet, dass die Datenmenge bis 2025 um das Fünffache steigen wird – so auch der Energieverbrauch. 2025 würden dann schon 29 Millionen Tonnen CO2 nur für Datenmüll sinnlos in die Atmosphäre freigesetzt. Außerdem: Alles, was Energie kostet, kostet auch Geld. Der Datenmüll belastet also auch den Haushalt der Unternehmen. Auch die operativen Auswirkungen können negativ sein: wenn in Massen ungenutzter Daten wichtige Informationen nicht mehr oder nur mit Zeitaufwand zu finden sind.

Licht ins Daten-Dunkle bringen

Datenmüll zu vermeiden ist also bei Bemühungen um Nachhaltigkeit nicht weniger relevant als der Verzicht auf Plastik oder weniger Papier zu verwenden. Ganz abgesehen von den unsichtbaren Kosten, die Dark Data verursachen. Welche Möglichkeiten gibt es, um den Ballast unnötiger Daten langfristig loszuwerden?

Schritt 1: Überblick gewinnen!
Es gilt zunächst zu unterscheiden zwischen Daten, die sichtbar aber ungenutzt sind, und Daten die nicht mehr wahrgenommen werden. Unsichtbare Daten können automatische Kopien sein, verwaiste Laufwerke, aber auch externe Dienste, zu denen vielleicht kein Login mehr vorhanden ist, und vieles mehr. Präsente, aber ungenutzte Daten können etwa die Ablage von ausgeschiedenen Personen sein, Duplikate, veraltete Versionen, abgebrochene Projekte usw. Wo befinden sich Daten und wer kann auf sie zugreifen? Wie lange werden sie aufbewahrt? Finden Sie Antworten und trennen Sie die Spreu vom Weizen. Mit einem Daten-Monitoring lässt sich auch aufspüren, wo rechtswidrige oder sicherheitsgefährdende Daten liegen. Denn unter den dunklen Daten befinden sich möglicherweise Informationen, die gegen Unternehmens- oder Compliance-Richtlinien verstoßen. Bei der Klassifizierung von Daten ist zu beachten, dass nicht alles was nicht mehr benötigt wird, gelöscht werden darf – Stichwort Aufbewahrungspflichten.

Schritt 2: Daten Löschen
Nutzen Sie die Übersicht, die Sie gewonnen haben, und trennen Sie sich von allem, das Sie nicht brauchen. So schaffen Sie Platz für Neues und sparen Ressourcen. Entfernen Sie auch Daten, die nicht in Ihrer eigenen Infrastruktur liegen – etwa auf Webservern oder in Cloud-Speichern.

Schritt 3: Neue Datenkultur!
Wenn Sie einmal identifiziert haben, wie in Ihrem Unternehmen Datenmüll entsteht, sollte für die Zukunft eine nachhaltige Müllvermeidungsstrategie her. Hierzu braucht es intelligente Prozesse in der Informationsverwaltung. Indem Sie einheitliche und verbindliche Unternehmensrichtlinien zum Umgang mit Daten erstellen, können Sie die Entsorgung von Datenmüll erleichtern. Machine Learning und KIs können dabei helfen, Klassifizierungstechniken anzuwenden. Sie erkennen den Wert der Daten automatisch und löschen Überflüssiges.

Schritt 4: Sprechen Sie über Ihre Strategien!
Kommunizieren Sie Ihren nachhaltigen Umgang mit Dark Data. Dass Sie aktiv dazu beitragen, digitalen Müll zu reduzieren, kann Ihr Profil als nachhaltiges Unternehmen stärken – und so auch Ihrer Zielgruppe imponieren. Vielleicht bringen Sie ja auch andere Unternehmen und Handelspartner:innen auf gute Gedanken, sodass immer mehr dabei mithelfen, die Auswirkungen des Datenmülls auf die Umwelt langfristig zu senken.

Von hier kommen die Gefühle…

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Quelle: Dark Data verursacht dieses Jahr einen Ausstoß von 5,8 Mio. Tonnen CO2

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