29.11.2017
Thorsten Behrend

GUT ERKLÄRT

HIER GEHT’S LANG – ICONS UND PIKTOGRAMME

Muss ich nach links oder nach rechts abbiegen? Aus welchen Einzelschritten besteht der Prozess? Und zu welchem Thema gehört der Text? Nur zu oft ächzen wir unter der Last der auf uns einprasselnden Informationen. Wohl deshalb sind Icons und Piktogramme, die uns zu einer schnellen Orientierung verhelfen, aus der Kommunikation nicht mehr wegzudenken.

 

Icons bzw. Piktogramme machen Kompliziertes einfach. Sie bilden Dinge oder Sachverhalte reduziert auf wesentliche Formen ab. Oft zeigen sie nur ein einziges symbolisches Element. Dadurch sind sie schnell erfassbar und können eine wichtige inhaltliche Hinweisfunktion übernehmen. In Layouts sind sie Wegweiser für das Auge und unterstützen den Text in seiner Aussage. Schnelllesern bieten sie die Möglichkeit, zu entscheiden, welche Passagen für sie interessant sind. Auf Messewänden geben sie eine kompakte Übersicht über Leistungen und Prozesse. Und als App-Icons repräsentieren sie Anwendungen für Mobile Devices.

Die Möglichkeiten: unendlich.

Icons bzw. Piktogramme können einfarbig, zweifarbig oder bunt sein, ernsthaft oder verspielt, beschränkt auf einfachste Formen oder detailreicher. Reduktion bedeutet nicht automatisch ein Verlust an Feinkörnigkeit. So kann beispielsweise ein Hersteller von Pflanzenschutzmitteln sogar unterschiedliche Weizenarten als Icons darstellen. Sehr beliebt ist auch eine Farbcodierung, die sich dann in weiteren Gestaltungselementen fortsetzen kann. Dadurch wird es möglich, Leitsysteme zu entwickeln, mit einem Icon als Ankerpunkt. Ob „flat“, mit Verläufen oder mit Schatten gestaltet, auch den stilistischen Möglichkeiten sind keinerlei Grenzen gesetzt.

Der Entwicklungsprozess: unkompliziert.

Diese Flexibilität gestattet es, aus jedem Corporate Design (CD) ein Set der kleinen Bildchen zu entwickeln – oder bestehende Icons in ein neues CD zu transferieren. Im Entwicklungsprozess gestaltet der Designer sinnvollerweise zunächst ein „Master-Icon“ und stimmt dieses mit dem Auftraggeber ab. Ist die grafische Sprache erst einmal gefunden, kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Icons entwickelt werden – unaufwendig und ohne dass Lizenzkosten für Bilder entstehen. Ergeben sich dann im Laufe der Zeit weitere kommunikative Anforderungen, kann das Icon-Set jederzeit einfach erweitert werden. Gegebenenfalls besteht auch die Möglichkeit, ein passendes Set einzukaufen, es einem CD gestalterisch anzupassen und die Erzeugung weiterer Icons darauf aufzusetzen.

Die Leistungsfähigkeit: beeindruckend.

In Deutschland werden insbesondere die Piktogramme der XX. Olympischen Spiele München 1972 verwendet, darüber hinaus hat der DOSB eigene Piktogramme entworfen, die er seinen Vereinen und Verbänden zur Verfügung stellt. Seit ihrem sportlichen Start haben Icons und Piktogramme einen regelrechten Siegeszug durch die Welt der Kommunikation angetreten.

Wie ungemein erfolgreich sie sein können, zeigt die „Königsklasse“ der Icons mit dem weltweit bekannten Facebook-Daumen und dem vielfach wiederverwendeten Google-Pin. Auch viele Verkehrs- oder Hinweisschilder wie beispielsweise das Notausgangsschild bedienen sich der Icon-Sprache. Genauso eindrucksvoll sind bekannte, im Icon-Stil gestaltete Logos wie das Twitter- und Apple-Logo oder das Logo der Deutschen Post. Und der Frankfurter Eichborn-Verlag hat eine Icon-Fliege in Stempel-Optik zum Logo erkoren.

Was macht ein perfektes Icon/Piktogramm aus?

  • Es dient der Information und Navigation.
  • Es ist ohne Zusatz von Text verständlich.
  • Es ist international und kulturell unabhängig verständlich.
  • Es verzichtet auf unnötige Gestaltungselemente.
  • Es wurde innerhalb eines Gestaltungssystems (CD) erstellt.

Beachtet man diese fünf Punkte, kann man ein weltweit verständliches Set von Icons und Piktogrammen im Branding eines Unternehmens erstellen.

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