03.03.2022
Constanze Junker

GUT ERKLÄRT

KLIMAFREUNDLICHKEIT IM WEB

Digitalisierung spart auf den ersten Blick Papier und Ressourcen. Auf den zweiten Blick sieht die Sache aber anders aus. Was Ihre Webseite mit CO2-Ausstoß zu tun hat und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Was könnten Sie mit 20 Bäumen alles tun? Ein schönes Baumhaus bauen, ein Wikingerboot zusammenbasteln und damit nach Kattegat segeln. Oder den CO2-Ausstoß einer einzigen Website kompensieren. Richtig, die letzte Option ist die nachhaltigere. Eine durchschnittliche Website produziert 1,76 Gramm CO2 pro Seitenansicht. Für eine Website mit 10.000 Seitenaufrufen pro Monat sind das 211 kg CO2 pro Jahr!¹ Ein Baum bindet in diesem Zeitraum ungefähr 11 Kg CO2. Um den Ausstoß einer durchschnittlichen Website zu kompensieren, müssen also ca. 20 Bäume leben.

Tipps für eine klimafreundliche Webseite

Klar ist: Jeder Aufruf einer Seite verbraucht Strom und setzt CO2 frei. Doch was kann man tun, um den Verbrauch möglichst gering zu halten? Der bekannte Dark-Mode, in dem nicht jeder Pixel beleuchtet wird, ist nicht die einzige Möglichkeit, Strom zu sparen. Diese Tipps haben wir für Sie, um für eine klimafreundlichere Webseite zu sorgen:

1. Klimafreundlich hosten
Zuerst sollte eine Webseite klimafreundlich gehostet werden. Das bedeutet, dass die Server zu 100% CO2-neutral mit Naturstrom versorgt werden.

2. Datenvolumen reduzieren
Den größten Impact auf Stromverbrauch und CO2-Emissionen hat die Größe einer Datei. Verringert man das zu übertragende Datenvolumen, reduziert das den Stromverbrauch und CO2-Ausstoß. Das erreichen Sie am besten mit Datenkompression, SVG (vektorbasierten) Grafiken oder angepassten Bildgrößen. Vielleicht können Sie auch die jeweilige Responsive-Stufe von Bildern oder (Hintergrund-)Videos elegant optimieren. Auch Javascript und Effekte zu reduzieren, kann die zu verarbeitenden Daten senken. Effiziente Technologien wie CSS3-Animationen können eine gute Alternative sein.

3. Schlanke Codes
Setzen Sie auf schlanken, komprimierten Code. Der Verzicht auf Webfonts kann Daten und Energie sparen.

4. Ladezeiten verringern
Caching-Verfahren (server- und browserseitig) können für eine beschleunigte Auslieferung der Website sorgen. Die aktuellsten PHP-Versionen haben meist schnellere Ladezeiten und verbrauchen weniger Ressourcen.

Klimafreundliche Kommunikation

Energieeffizientes Webdesign bedeutet, Datenübertragungen zu sparen. Um eine klimafreundliche Webseite zu betreiben, ist zielgerichtete Kommunikation das A und O. Was wollen Sie kommunizieren, mit welchen Inhalten und wie soll das gestaltet sein? Dabei muss man nicht zwischen Usability und Notwendigkeiten entscheiden, sondern kann beides zusammenführen.

Schlanke Webseite, bessere Performance

Energieeffizientes Webdesign ist nicht nur umweltfreundlich, sondern sorgt auch für eine bessere Performance. Wird gezielt an überflüssigen Informationen gespart, gewinnt die Seite an Übersichtlichkeit. Das wiederum verbessert die Usability Ihres Internetauftritts. Sie sparen Daten und Ihre Nutzer:innen sind glücklich, sich nicht mühselig durch eine Informationsflut kämpfen zu müssen. Ein weiterer, toller Nebeneffekt: bessere Sichtbarkeit. Da Google auch die Ladezeiten einer Webseite im Ranking berücksichtig, tragen schnell geladene Seiten auch zur Suchmaschinenoptimierung bei.

Weniger ist besser – aber nicht immer

Auch wenn eine maximale Verschlankung auch in vielerlei Hinsicht sinnvoll ist, kann sie doch in Konflikt mit den Kommunikationszielen treten. Seiten, die primär der inhaltlichen Information dienen, können eher auf Designelemente verzichten als solche, die verkaufen sollen. Oft sind Videos oder große Bilder unverzichtbar, um anschaulich zu sein. Animationen können didaktischen Wert haben oder schlicht ein wichtiges differenzierendes Merkmal in einem kompetitiven Umfeld sein. Ökonomie und Ökologie lassen sich nicht durch pauschale Rezepte in Einklang bringen, es müssen Einzelfallentscheidungen getroffen werden. So verwenden wir als Agentur in unserer deutschsprachigen Website eine größere Anzahl an visuellen Elementen als in der englischen Version. Hier können Sie übrigens den genauen Verbrauch Ihrer Webseite herausfinden und als Grundlage für Anpassungen verwenden. Und sollte der Erfolg beim Strom- und CO2-Sparen ausbleiben, bleibt immer noch die Möglichkeit, 20 Bäume zu pflanzen.

Von hier kommen die Gefühle…

Zielgerichtete und emotionale Kommunikation ist die genau der Mix, der nicht nur für Nachhaltigkeit, sondern auch für Begeisterung sorgt. Sie setzen auf emotionale Inhalte und Designs, die Nachhaltigkeit mitdenken? Liebchen+Liebchen schafft in einem interdisziplinären Team emotionale Konzepte, die überzeugen. Wir stehen Ihnen mit passenden Ideen und einer kreativen und nachhaltigen Umsetzung Ihres Kommunikationsziels zur Seite.

Quellen:

MEHR AUS DIESER RUBRIK:

GUT ERKLÄRT

Neues Gesetz zur CSR-Berichterstattung

Seit dem 1. Januar 2017 ist das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung in [...]

06.November 2017
Ulrich Erler
GUT ERKLÄRT

Corporate Language Beispiele

Einigen Marken gelingt es, sich durch eine unverwechselbare Corporate Language vom Einerlei abzuheben. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Die [...]

08.August 2019
LplusL Kommunikation