19.06.2017
Helena Dinuz

HACH, WIE SCHÖN!

CLUB DER HIPPEN DICHTER

Konzertbesuche und Buchlesungen sind sowas von vorgestern. Wer heutzutage etwas auf sich hält, besucht einen Poetry Slam. Noch nie was von gehört – dann wird es höchste Zeit! Denn ganz so neu ist diese Literaturbewegung gar nicht: Ihre Geburtsstunde hatte sie bereits in den 1930er Jahren in der Chicagoer Jazz-Bar „Get Me High“.

Beim „Poetry Slam“ handelt es sich um eine Form der Dichtung (Poetry), bei der die Slammer mit Sprache um sich werfen (Slam) und mit ausgeklügelten Metaphern und Pointen das Publikum zu begeistern versuchen. Es sind moderne Dichterwettstreite, bei denen die Teilnehmer ihre eigens hierfür getexteten Werke vor einem Publikum vortragen.

Poesie für harte Gemüter

Eine Bühne, ein Hauptakteur, ein selbstgeschriebener Text, fünf Minuten Zeit – keine Requisiten, keine Musik: Das sind die einzigen Regeln, die es zu beachten gilt. Auch thematisch ist alles erlaubt – es kann komisch oder ernst geslammt werden. Aktuelle Themen sind ebenso willkommen wie eigene Erlebnisse. Die Sprache in Poetry Slams ist durch eine freche, vulgäre, hippe und stark slang-geprägte Tonalität gekennzeichnet. Stets mit dem Ziel, aufzufallen und sich möglichst stark von der „grauen Masse“ abzugrenzen. Ein bisschen wie in der Werbesprache eben …

Ganz besonders inspiriert hat mich ein Video der deutschen Poetry Slammerin Julia Engelmann.

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