27.05.2018
Rene Steinebach

HACH, WIE SCHÖN!

„HELLO SIR, TUK TUK?“

Das erste Mal Asien – das erste Mal Bangkok. Für Asien-Anfänger wie eine andere Welt. 14 Tage Bangkok – ich wusste, dass ich mich auf eine Weltmetropole einlasse, die in keinster Weise mit deutschen Bräuchen und Verhaltensweisen kompatibel ist. Einfach komplett anders, aber positiv anders.

 

Die ersten Tage musste ich mich erst an das warm-tropische Klima gewöhnen. Überall im Silom-Distrikt riecht es streng. Hier ein Streetfood-Stand mit gegrillten Bananen, dort ein Verkäufer mit gegrilltem Fisch, dort ein Seven-Eleven, dazwischen dreispurige Fahrbahnen pro Richtung. Dazu ein Lärm, der im Hotel so gut gefiltert wird, dass man gar nicht glaubt, in einer Weltmetropole zu weilen. Die Stadt steht in einem Zwiespalt: Einerseits blickt man auf Wolkenkratzer, die kaum größer und luxuriöser sein könnten. Andererseits abrissreife Behausungen aus Wellblech, die Bewohner vor Regen und Witterungseinflüssen schützen. Aber mit Klimaanlagen. Die hat hier jeder.

Tuk Tuk – dreirädrige Höllenmaschinen

Jetlag vorbei – jetzt wird die Gegend erkundet. Leichter gesagt als getan, denn wer die Straßenseite wechseln möchte, tut gut daran abzuwarten, bis kein Auto zu sehen ist. Teilweise eine unmögliche Herausforderung. Bei Rot halten, bei Grün laufen – eine Regel, die es in Asien anscheinend nicht gibt. Die Devise: Renn um dein Leben, wenn du auf die andere Straßenseite willst. Zwischendurch ein Tuk-Tuk-Fahrer, der deine europäische Herkunft entlarvt. Dann heißt es: „Hello Sir, Tuk Tuk?“ Und das geht an jeder Straßenecke so. Wesentlich entspannter geht es in den Seitengassen zu. Hier lernt man die enorme Freundlichkeit der Thailänder kennen, nicht umsonst nennt man Thailand das Land des Lächelns.

Essen wie Gott in Thailand

Tolle farbenprächtige Gemüse- und Obstsorten strahlen im Sonnenlicht, Leckereien gibt es an jeder Ecke. Auch wenn man nicht gleich alles probieren sollte, was angeboten wird. Man kann es sich einfach machen: Wo die Einheimischen kaufen und essen, da kann nach Herzenslust bestellt werden. Und die Regel trifft zu, denn inzwischen habe ich erfahren, dass schon angesichts des typischehn Touristenessens jeder Lieferdienst in Deutschland einpacken kann. Frisch und lecker – von manchen Garküchen könnten sich deutsche Lokale eine Scheibe abschneiden.

Die geistige Mitte finden

Was auf jeden Fall in jede Bangkok-Tour gehört, ist eine Tour auf dem Chao Phraya. Das Hop-on/Hop-off-Boot hat viele Anlegestellen und bringt die Touristen auf direktem Weg zu den wichtigsten Tempeln der Stadt entlang des Flusses. Ganz besonders beeindruckend: der liegende Buddha im Wat Pho. Die Tempelanlage beheimatet noch eine traditionelle Grundschule. Hier ist es so, als ob die Zeit stehengeblieben ist. Jeder, der hier verweilt, findet seine innere Ruhe. Der kleine angrenzende Garten offeriert eine Atmosphäre südostasiatischer Magie.

Geschichte wird lebendig

Eine weitere Besonderheit ist das Mueang Boran, the Ancient City. Ein Freilichtmuseum, das vermutlich einmalig auf dem gesamten Globus ist. Das Museum bietet einzelne Zonen, die die Entstehungsgeschichte von Thailand präsentieren. Dabei stehen einzelne Skulpturen und Gebäude für unterschiedlichste Zeitzeugen und Entwicklungsstadien im „alten“ Thailand. Kleine Tempelanlagen laden ein, den inneren Frieden zu finden. Vergoldete Buddhas, in liebevoller Handarbeit gefertigte Wandverzierungen und ein eiskaltes Wasser bei angenehmen 36 °C. Braucht es wirklich noch mehr?

Wer nach einem Highlight fragt, kann von mir keine Antwort erwarten, es gibt schlicht zu viele. Eine Eigenschaft sollten wir uns jedoch von den Thais abschauen: das Lächeln, denn ein Lächeln kostet nichts.

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